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Vom Rhein auf die Seine

 

Rudern ist ein toller Sport und der Rhein ein toller Fluss zum Rudern.  Aber immer nur Mariannenaue auf und ab, das kann doch nicht alles sein? Nein, natürlich nicht, und darum ruderten in diesem Jahr auch Ingelheimer (und Gau Algesheimer) auf der Seine. Wie wir da hinkamen? Elisabeth war bereits im letzten Jahr bei der "Traversee de Paris" mit gerudert und hatte sich bereit erklärt diese Fahrt für Interessierte  zu organisieren. Eines Donnerstags im Juni trafen wir uns bei Wein und Hors d’euvres im Ruderhaus um alles zu besprechen. Schnell war klar, dass wir uns die Gelegenheit Paris mit einer Pariserin zu entdecken, nicht entgehen lassen wollten und so brummten wir Elisabeth noch zusätzlich die Organisation für einen Tag "sight-seeing" auf.  Jetzt zum Rudern: Die Boote würden wir uns beim Pariser Verein leihen, die Bootklasse (Vierer mit) war vom Veranstalter vorgegeben, da passte es ganz gut, dass wir schon 10 Leute Ruderer waren.. Wir legten auch gleich die Besatzung der Boote fest: Dorothee, Elisabeth, Claudia und Hans und Andreas, Antje, Jürgen und ich, Susanne. Da Christa sich als Steuerfrau angeboten hatte, setzten wir Wilfried quasi als Platzhalter erst einmal als Steuermann in das 2. Boot. (Eigentlich wollte er nicht steuern aber zu unserem Glück tat er es dann doch "Herzlichen Dank Wilfried") 

Die Strecke: 35 km auf der Seine durch Paris, um 6.30 Uhr aufs Wasser, bei Sonnenaufgang Startschuss und dann bis 11.00 Uhr zurück sein. Und vor allem: man kann nicht anhalten um zu … (na ihr wisst schon).  Ich weiß nicht, was ich in diesem Sommer mehr trainiert habe, rudern oder meine Blase.

Endlich war September und  am Freitagnachmittag ging es  mit 2 Autos nach Paris, hier noch mal der Dank an die beiden Fahrer Hans und Martin, die ihr Künste beim Einparken in die Garagen unter Beweis stellen konnten. Martin und Achim, beides Nichtruderer nahmen wir mit, weil sie auch mal wieder nach Paris wollten.  Christa und Wilfried fuhren mit der Bahn, da sie noch großelterliche Verpflichtungen hatten und die erste Nacht "etwas" luxoriöser verbringen würden. Für Samstag war das  touristische Programm geplant. Viel zu früh, um 9.00 Uhr holte uns Elisabeth im Hotel ab und dann ging es mit der Metro, zu Fuß und per Bus durch Paris. Es war Tag des offenen Denkmals und wir kamen umsonst in alle Sehenswürdigkeiten, was wir reichlich genutzt haben  ab mittags mit einem französischen Ruderkameraden von Elisabeth, der sie bei der Stadtführung unterstützte. Abends gab es ein 3-Gang Menü auf einem "bateaux mouche" und hinterher für die meisten noch einen Absacker in der Bar nebenan. Am Sonntag hieß es dann richtig früh aufstehen, heute kam Elisabeth schon um 5.30 Uhr. Schon ab 5.00 Uhr gab es französisches Frühstück: Croissants und Kaffee (Vorsicht, Kaffee treibt!). Der Start war am moderne Ruderhafen des Departments Haute-Seine auf der Ile de Monsieur keine 10 Minuten vom Hotel entfernt. "Die haben ja eine Wasserrutsche" Christa beeindruckt und auch die abschließbaren Schränke fanden wir alle toll. Elisabeth verteilte zuerst Bananen und Wasser und ging uns anmelden. Wir anderen begannen die für uns reservierten Boote zu suchen. Im Dunkeln liefen wir die lange Reihe vorbereiteter Boote (sogar die Sculls waren schon in den Auslegern!) entlang. Da!  "Alemagne: Ingelheim" das waren wir. Kaum sammelten wir uns an wir uns an den beiden Booten wurden schon von fleißigen Helfern 2 Wagen gebracht, und die Boote zum Bootssteg gefahren und ins Wasser gelassen. Jetzt schnell, schnell, einsteigen und den Platz für das nächste Boot freimachen, denn die 160 Booten mussten rechtzeitig ins Wasser kommen. Es war schon aufregend, im Licht der Scheinwerfer in die Boote zu steigen und in die Dunkelheit zu Rudern. Für uns galt es in diesem Gewimmel einen guten Ausgangspunkt zu erreichen, um nach dem Start schnell aus dem Gedränge herauszukommen. Andreas und Christa hatten da so ihre ganz eigene, ziemlich sehr effektive Drängel-Technik und als um 7.23 Uhr endlich der Starschuss fiel waren wir ziemlich weit vorn. Zu Beginn war es noch recht "eng" aber bald ruderten wir in sportlichem Tempo  stromaufwärts Richtung Paris. Dabei wurden wir von der Veranstaltungsaufsicht und von "Paparazzis" in Motorbooten bedrängt, die uns Anweisungen gaben bzw. Fotos schossen und dafür sorgten, dass Wellen in die Boote schwappten. Ansonsten ging es bei angenehmem Ruderwetter, milde Temperaturen, kein Wind,  vorbei am Invaliden-Platz, an der Pariser Ausgabe der Freiheitsstatue, am Eiffelturm, der auf dem Hinweg noch im Nebel lag, unter der Brücke Alexander des III. hindurch, vorbei am Louvre, dann an der Kathedrale Notre Dame und um die Ile Saint Louis herum zurück. Wir lagen gut in der Zeit und konnten auf dem Rückweg noch die eine oder andere Sache erledigen. Zuerst gab es einen Fototermin für beide Boote, denn Christas + Wilfrieds Sohn und Enkel standen an der Strecke. Dann habe ich noch mit Christa den Platz getauscht, sie wollte mal in Paris rudern und ich durfte meine ersten Erfahrungen am Steuer auf der Seine machen. Und zu guter Letzt wollte uns Andreas beweisen, dass man immer einen Platz zum Anlegen findet und so haben wir haben wir eine kleine Pipipause gemacht. Also war das Blasentraining ganz umsonst gewesen.

Es ging dann noch weiter die Seine hinab bis Sevree, wo unter der Brücke gewendet wurde, und dann zurück zum Ruderhafen, dem Ziel. Beide Ingelheimer Boote blieben gut in der Zeit und kamen vor 11.00 Uhr an. Nachdem wir die Boote versorgt hatten und uns die 3 super-modernen 1-stöckigen Ruderhäuser  angeschaut hatten, gingen wir in den super- super tollen Waschräumen (solche wollen wir in Ingelheim!) duschen.

Dann gab es Essen und  Wein so viel man wollte und Life Musik. im super-großen Aufenthaltsraum des neuen Ruderhauses.  Unsere letzte Station war die Wohnung von Elisabeths Eltern. Dort durften wir aufs Dach und hatte noch einmal eine super überwältigende Aussicht über Paris. Hinterher gab es noch Champagner  und Kuchen (wir waren ja in Frankreich) und dann durften uns Hans und Martin wieder nach Hause fahren. Alles in allem ein sehr gelungenes Wochenende, das wir im nächsten Jahr gern wiederholen können. Keine Angst Elisabeth, jetzt wissen wir ja wie’s geht und organisieren selber.

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